Kurz erklärt
Wir haben für einen Content-Affiliate-Kunden vier Themenportale gebaut, bei denen 80 % der täglichen Arbeit von Agenten erledigt wird: Recherche, Texterstellung, Übersetzung, Bildauswahl, Banner-Gestaltung, Affiliate-Teaser, Kampagnen-Anlage. Die Kunden-Rolle reduziert sich auf zwei Aufgaben: Themen einsteuern und Endabnahme. Was wir gelernt haben: Die Architektur ist nicht das Schwere — die Kuratierung der Eingaben und der Mensch-im-Loop für strategische Entscheidungen sind die echten Erfolgsfaktoren.
Die Ausgangslage
Ein Kunde aus dem Reise-Content-Bereich wollte vier Themenportale parallel betreiben — etwa zu Bergwandern in Europa, City-Trips, Familienreisen und Slow-Travel. Jedes Portal sollte dreistellige Seitenzahlen haben, mehrsprachig sein, regelmäßig aktualisiert werden und Affiliate-Erlöse generieren. Mit klassischer Redaktion: unmöglich. Mit Standard-Tools wie ChatGPT-Promptschubsen: zu schlechte Qualität.
Die Architektur
Wir haben sechs Agenten-Rollen definiert, die zusammen die Wertschöpfungskette abbilden:
- Recherche-Agent — sammelt Quellen, prüft auf Aktualität, deduplisiert.
- Text-Agent — schreibt nach Markenstimmen-Vorlage, mit Glossar-Disziplin.
- Übersetzer-Agent — übersetzt in Zielsprachen, ohne maschinellen Geschmack.
- Bild-Agent — wählt aus Bildbanken aus, generiert nach Bedarf, prüft Rechte.
- Banner-Agent — erzeugt Werbebanner und Social-Cards aus den Inhalten.
- Kampagnen-Agent — legt im Werbenetzwerk neue Kampagnen an, mit Targeting.
Alle Agenten laufen orchestriert. Der Mensch sieht ein Dashboard mit Vorschlägen, freigegebenen Inhalten und Performance-Daten. Eingriffe sind möglich — aber nicht für Tagesgeschäft nötig.
Welche 20 % unbedingt Mensch bleiben müssen
Das ist die wichtigste Frage in Agenten-Architekturen. Wer alles automatisiert, bekommt Banalität. Wer zu wenig automatisiert, verliert den Skalierungsvorteil. Wir haben drei Bereiche identifiziert, in denen Mensch zwingend ist:
- Strategische Themen-Auswahl — Welche Themen sind im Trend, welche überleben, welche werden gehen? Das ist nicht agentisch lösbar.
- Tonalität und Markenstimme — Endabnahme jedes Artikels durch einen Menschen, stichprobenartig, mit Korrekturschleife in den Agenten.
- Rechtliche Prüfung — Bei Affiliate-Links, Markennennungen, Empfehlungen muss eine menschliche Prüfung sein.
Was rauskommt
Die vier Portale produzieren zusammen etwa 30–50 neue Inhalte pro Woche, in drei Sprachen, mit Bannern und Affiliate-Verlinkung. Der Pflege-Aufwand auf Kundenseite liegt bei ca. einem halben Tag pro Woche pro Portal — Endabnahme und Themen-Einsteuerung. Ohne diese Architektur wäre vermutlich ein vierköpfiges Redaktionsteam pro Portal nötig.
Häufige Fragen
Anthropic Claude für Recherche und Text (wegen Tonalität und Norm-Disziplin), Google Gemini für Multimodal und Bilder, dazu spezialisierte APIs für Übersetzung und Bildgenerierung.
Drei Hebel: feste Markenstimme als System-Prompt, kuratiertes Glossar mit Marken-Tonalität, und vor allem die menschliche Endabnahme mit Korrekturschleife in den Agenten — daraus lernt das System die Eigenarten der Marke.
Ja, mit Einschränkungen. Bei stark normierten B2B-Themen (etwa Pharma, Bau) muss die menschliche Prüfung intensiver sein, weil Compliance auf dem Spiel steht. Das 80/20-Verhältnis verschiebt sich dann eher auf 60/40.
Sehr gut. Die Agenten-Workflows sind portal-unabhängig. Ein fünftes oder zehntes Portal kostet nur einen Bruchteil des ersten — Setup, Markenstimme, Glossar, Themen.
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